Darm gut, alles gut

Darmbürste, Erdmandelpulver und Wildhirse

Wenn es um Gesundheit geht, haben wir keinerlei Scheu über all unsere Zipperlein zu reden. Der Rücken schmerzt, der Blutdruck ist zu hoch, das Herz stolpert und die Haut juckt – kein Problem sich darüber mit Freunden und Bekannten, gerne auch in größerem Kreis, auszutauschen, ein paar Gesundheitstipps dazu zu erteilen oder entgegen zu nehmen. Anders schaut es da bei allem aus, was mit dem Darm und der Verdauung zu tun hat. Irgendwie ist das zu intim und zu peinlich, um das zu einem öffentlichen Thema zu machen. Schade eigentlich! Denn so vieles, was uns krank macht oder uns schwach fühlen lässt, hat seine Ursache im Darm. Allerdings kann man umgekehrt auch viel tun, um den Darm gesund zu halten und sich damit auch insgesamt wohl zu fühlen.

Der Darm ist wahrscheinlich eines der wichtigsten und gleichzeitig doch das unbekannteste Körperorgan. Er erfüllt seine Aufgaben im Gegensatz zu Herz und Sinnesorganen eher unauffällig, erst wenn es Probleme in Form von Schmerzen, Verstopfung, Durchfall u.ä. gibt, nehmen wir ihn wahr. Dabei ist er unser größtes Organ und kann mit einigen Superlativen aufwarten. So ist er bei Erwachsenen etwa sieben bis acht Meter lang, was alleine schon erstaunlich ist, wenn man sich vor Augen hält, dass er in einer nicht gerade großen Höhle zwischen Magen und After Platz findet. Noch spektakulärer ist die Tatsache, dass seine Oberfläche bis zu 500 Quadratmeter ausmacht. Diese enorme Fläche entsteht durch seine vielen Zotten und Stülpungen. Soviel Platz wird auch für die anspruchsvollen Aufgaben des Darms benötigt, denn um diese zu erfüllen, beherbergt er ca. 100 Billionen (!) Bakterien und teilt sich mit Speiseröhre und Magen ein Geflecht aus 100 Milliarden Nervenzellen.

Bauch mit BlumeDiese Zahlen lassen uns schon erahnen, wie komplex die Aufgaben des Darms sind. Aus der Nahrung müssen lebensnotwendige Nährstoffe rausgefiltert und giftige, unbrauchsame zu Stuhl komprimiert und ausgeschieden werden. Zudem sitzt im Darm der größte Teil unseres Immunsystems: 70 bis 80 Prozent der Krankheitsabwehr finden hier statt. Und schließlich dienen die unzähligen Nervenzellen im Darm dazu, unserem Gehirn immer wieder rückzumelden, was gerade gut oder schlecht läuft und es gegebenenfalls zu Korrekturen aufzufordern. Die ständigen Signale aus dem Bauch an das Gehirn sind auch der Grund dafür, warum Störungen im Magen-Darm-Trakt so sehr auf die Psyche drücken bzw. warum wir uns so wohl fühlen, wenn die Verdauungs-Maschinerie funktioniert.

Ist dies nämlich nicht der Fall, so kämpfen wir mit Verstopfungen oder Blähungen, leiden wir unter Allergien oder Asthma, vertragen wir bestimmte Nahrungsmittel nicht, haben unreine Haut oder kämpfen häufig mit Krankheiten und Entzündungen. Und meistens leidet auch das Gemüt, entweder unabhängig von sonstigen körperlichen Beschwerden oder auch in Zusammenhang mit ihnen. Die häufigsten Gründe, warum der Darm seine Funktionen nicht mehr richtig ausführt, sind Störungen der Darmflora, also der gesunden Abwehr- und Verarbeitungsschicht des Darms. Angegriffen wird sie u.a. durch die Einnahme von Medikamenten (hier v.a. Antibiotika), durch falsches Essen sowie durch Stress und andere psychische Belastungen.

Darmbürste, Erdmandelpulver und WildhirseEs gilt also, die Darmflora intakt zu halten. Aufgrund der riesigen Zahl an Darmbakterien, die diese funktionstüchtig hält, lässt sie sich bei Störungen im Einzelfall nicht einfach so reparieren, dafür ist ihre Zusammensetzung zu komplex. Doch es sind einige Faktoren bekannt, die ihr bekanntlicherweise gut tun. Dazu gehört vor allem eine regelmäßige, ballaststoffreiche Ernährung mit wenig Zucker, viel Flüssigkeitszufuhr, viel Bewegung und wenig Stress. Auch wenn es kein Allheilmittel ist, so kann ein Einlauf oder eine andere Methode zur kompletten Darmentleerung in manchen Fällen dazu beitragen, dass sich eine gestörte Darmflora wieder regeneriert.

Zur Anregung des Stuhlgangs und zur Unterstützung einer gesunden Darmflora haben sich einige Naturprodukte wie Lein- und Flohsamen, Erdmandel, Wildhirse, Senf- und Traubenkörner bewährt. Mischungen dieser Zutaten sind z.T. auch unter dem Namen „Darmbürste“ erhältlich. Zudem sind gesäuerte Milchprodukte wie Buttermilch und Naturjoghurt gut für die Darmgesundheit. Mit diesen einfachen Mitteln ist es manch einem schon gelungen, sich innerhalb kurzer Zeit von gesundheitlichen Leiden zu befreien. So erging es auch einem unserer Redaktionsmitglieder, der sich von einer seit Jahren anhaltenden Allergie befreien konnte. Ein Gemisch aus der bereits genannten Darmbürste, Erdmandelpulver und Brauner Wildhirse brachte anscheinend seine Darmflora soweit wieder ins Gleichgewicht, dass die allergischen Reaktionen wie ständiges Niesen, angeschwollene Nebenhöhlen und laufende Nase bereits wenige Tage nach Beginn der Einnahme verschwanden.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis zum Trend „Detox“ oder „Entschlackung“. Unter diesen Stichworten werden viele Nahrungsmittel beworben, meist teuere „Superfoods“, denen man eine entgiftende Wirkung zuschreibt. Die Vorstellung jedoch, dass ein gesunder Körper Gift ablagert, ist nicht haltbar, denn es ist ja die Aufgabe des Darms, solche Giftstoffe abzuführen. Wer also keine spezifischen Beschwerden hat, bedarf auch keiner Entschlackung. Wer jedoch mit Problemen zu kämpfen hat, sollte vermehrt auf die Darmgesundheit achten und natürlich auch einen Arzt zur genauen Abklärung aufsuchen.